Was ist eine Attritionsklausel bei einem Hotelkontingent?

Eine Attritionsklausel ist eine Regelung im Vertrag für ein Hotelzimmerkontingent, die dich verpflichtet, einen Mindestanteil der reservierten Zimmer zu belegen. Buchen deine Gäste bis zum Stichtag nicht genug Zimmer, zahlst du eine Gebühr, die den Einnahmeverlust des Hotels für die ungenutzten Zimmer ausgleicht. In den meisten Verträgen liegt dieser Mindestwert zwischen 75 und 90 Prozent des gesamten Kontingents.

So funktioniert eine Attritionsklausel

Wenn du mit einem Hotel einen Vertrag über ein Zimmerkontingent abschließt, reserviert das Hotel eine bestimmte Anzahl an Zimmern zu einem vereinbarten Preis. Im Gegenzug erwartet das Hotel eine gewisse Auslastung. Die sogenannte „Attrition-Klausel“ hält diese Erwartung schriftlich fest. Sie legt eine Mindestbelegung fest, meist als Prozentsatz, und beschreibt die finanziellen Folgen, falls weniger Zimmer gebucht werden.

Die Klausel greift zusammen mit dem Stichtag für dein Zimmerkontingent. Nach Ablauf dieses Datums prüft das Hotel, wie viele Zimmer tatsächlich gebucht wurden. Liegt die Zahl unter dem vertraglich vereinbarten Minimum, wird eine Ausfallgebühr fällig. Das Hotel stellt dir dann die Differenz zwischen der Mindestanzahl und den tatsächlich belegten Zimmern in Rechnung.

Warum die Attritionsklausel bei Hochzeiten wichtig ist

Hochzeitskontingente umfassen oft 10 bis 50 oder mehr Zimmer für eine oder zwei Nächte. Das bedeutet für das Hotel einen beachtlichen Umsatz. Die Attritionsklausel schützt das Hotel davor, Zimmer vorzuhalten, die am Ende leer bleiben. Für euch bedeutet sie ein mögliches finanzielles Risiko – das kann von ein paar Hundert bis zu mehreren Tausend Euro reichen.

Wenn ihr die Klausel vor Vertragsabschluss versteht, könnt ihr euer Zimmerkontingent passend wählen. Die häufigste Ursache für Attritionskosten ist, dass Paare überschätzen, wie viele Gäste tatsächlich buchen. Eine realistische Schätzung, basierend auf den Reisegewohnheiten eurer Gäste und dem Standort eurer Location, senkt das Risiko, für ungenutzte Zimmer zahlen zu müssen.

Übliche Ausfallquoten und Strafregelungen

Hotels berechnen Ausfallgebühren auf verschiedene Arten:
  • Prozentuale Schwelle. Das ist die gängigste Variante. Ihr müsst zum Beispiel 80 Prozent (oder eine andere vereinbarte Zahl) eures Zimmerkontingents belegen. Die Strafe gilt nur für die Differenz zwischen der Schwelle und den tatsächlichen Buchungen, nicht für jedes einzelne freie Zimmer.
  • Umsatzbasierte Berechnung. Die Gebühr entspricht dem entgangenen Zimmerumsatz für jedes nicht belegte Zimmer unterhalb der Schwelle. Manche Verträge berücksichtigen auch Steuern, Resortgebühren oder geschätzte Nebenausgaben.
  • Gestaffelte Skala. Einige wenige Hotels arbeiten mit gestaffelten Gebühren: Eine niedrigere Gebühr, wenn ihr 70 bis 79 Prozent belegt, eine höhere, wenn ihr unter 70 Prozent fallt.
  • Resell Credit. Manche Verträge enthalten eine Klausel, dass ein Zimmer, das das Hotel an einen Laufkundengast weitervermietet, nicht mehr als Fehlbuchung zählt.


Fragt das Hotel immer genau nach, welche Kosten in die Berechnung der Ausfallgebühr einfließen, bevor ihr den Vertrag unterschreibt.

Tipps für eine vorteilhafte Ausfallklausel

Du hast mehr Verhandlungsspielraum, als du vielleicht denkst – besonders in der Nebensaison oder bei Hotels, die gerne Hochzeitsgesellschaften aufnehmen. Hier ein paar clevere Strategien:
  • Senke die Mindestquote. Bitte das Hotel, die erforderliche Auslastung von 80 auf 70 Prozent zu reduzieren. Schon ein kleiner Unterschied kann dir Hunderte Euro sparen, falls ein paar Gäste doch absagen.
  • Fordere ein Überprüfungsdatum. Ein Überprüfungsdatum, das zwei bis vier Wochen vor dem Stichtag liegt, ermöglicht es dir, nicht gebuchte Zimmer ohne Strafe ans Hotel zurückzugeben. So hat das Hotel noch Zeit, die Zimmer anderweitig zu vermieten.
  • Verhandle einen Wiederverkaufsrabatt. Bestehe darauf, dass wiederverkaufte Zimmer von deiner Mindestanzahl abgezogen werden. Wenn das Hotel die Zimmer an andere Gäste vergibt, sinkt deine Haftung entsprechend.
  • Starte mit einem kleineren Kontingent. Es ist einfacher, später Zimmer hinzuzufügen, als für ungenutzte Zimmer zu zahlen. Viele Hotels lassen dich das Kontingent bei Bedarf aufstocken – also lieber erstmal vorsichtig planen.
  • Teile deinen Buchungslink frühzeitig. Je früher deine Gäste reservieren, desto genauer weißt du, wie viele Zimmer gebraucht werden. Mit einem zentralen Buchungstool behältst du den Überblick und kannst rechtzeitig reagieren, bevor der Stichtag kommt.

Ausfall vs. Stornierung: Die wichtigsten Unterschiede

Es ist wichtig, zwischen Minderabnahme (Attrition) und einer vollständigen Stornierung zu unterscheiden. Minderabnahme bezieht sich auf eine Buchungslücke innerhalb eines von dir reservierten Kontingents. Stornierungsklauseln greifen, wenn du das gesamte Kontingent oder Event absagst. Die Stornogebühren sind in der Regel höher und werden oft als Prozentsatz des geschätzten Gesamtumsatzes aus Zimmern, Speisen & Getränken und Veranstaltungsräumen berechnet.

Schau dir beide Klauseln genau an. Falls sich deine Pläne ändern und du absagen musst, hilft dir das Verständnis des Unterschieds dabei, den günstigeren Weg zu wählen – egal ob du das Kontingent verkleinerst oder komplett stornierst.

Häufig gestellte
Fragen

Die meisten Hotels legen Ausfallquoten zwischen 75 und 90 Prozent fest. Das heißt, du musst mindestens 75 bis 90 Prozent der Zimmer deines Kontingents belegen – sonst zahlst du eine Gebühr für die nicht belegten Zimmer. Am häufigsten liegt die Grenze bei Hochzeits-Hotelverträgen bei 80 Prozent.

Das Hotel multipliziert die Anzahl der Zimmer, die unter der Mindestanzahl liegen, mit dem vereinbarten Zimmerpreis. In manchen Verträgen werden noch Steuern und Resortgebühren dazugerechnet. Beispiel: Dein Kontingent umfasst 30 Zimmer à 200 $ pro Nacht, und du musst 80 Prozent belegen. Wenn nur 20 Zimmer gebucht werden, zahlst du eine Gebühr für 4 Zimmer (24 minus 20), also insgesamt 800 $ vor Steuern.

Ja. Du kannst das Hotel bitten, den erforderlichen Belegungsprozentsatz zu senken, das Stichtagsdatum zu verlängern, ein Prüfungsfenster einzurichten, damit du Zimmer vor Strafgebühren freigeben kannst, oder eine Klausel aufnehmen, die dir Zimmer anrechnet, die das Hotel an Laufkundschaft weitervermietet.

Das Hotel stellt dir nach der Veranstaltung eine Rechnung für die Differenz aus. Je nach Vertrag bezieht sich der Betrag nur auf die Zimmerumsätze oder schließt auch geschätzte Einnahmen aus Speisen, Getränken und weiteren Leistungen ein, die das Hotel von diesen Gästen erwartet hat. Lies dir den Vertrag vor dem Unterschreiben genau durch, damit du weißt, wie hoch dein finanzielles Risiko maximal ist.

Nein. Eine Attritionsklausel bezieht sich auf Zimmer, die innerhalb eines von euch reservierten Kontingents ungebucht bleiben. Eine Stornierungsklausel greift, wenn ihr das gesamte Kontingent oder Event absagt. Die Stornogebühren sind in der Regel höher und können auch entgangene Einnahmen für Speisen und Getränke, Meetingräume und andere gebuchte Leistungen umfassen.

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